Lebt ein Vater getrennt von seinem Kind, ist es nicht nur emotional schwierig mit dieser Situation klar zu kommen, sondern auch die Durchsetzung eines Anspruchs auf Umgang benötigt fundierte juristische Beratung, damit miteinander Kontakt gehalten werden kann, wenn es die rechtlichen Eltern versuchen zu verhindern, was der Anfang November 2016 entschiedene Fall des BGH, (Az.: XII ZB 280/15) zeigt. Eine Kindeswohlprüfung hat zu erfolgen. Hier bestehen laut BGH strenge Prüfungsanforderungen.

Die Rechte von Vätern, die nicht zusammen mit ihren leiblichen Kindern leben können, z.B. weil ihre Kinder in anderen Familien aufwachsen, hat der BGH nun hinsichtlich des Umgangsrechts gestärkt.

Wenn der nicht rechtliche aber leibliche Vater nicht mit seinen Kindern zusammen lebt und die rechtlichen Eltern den Kontakt blockieren, steht oft ein jahrelanger Weg vor Gericht an.

So erging es nun einem Nigerianer, der vor rund 10 Jahren Vater von Zwillingen wurde und seine Kinder bislang nicht sehen durfte. Der rechtliche Vater ist nicht er, sondern ein anderer Mann. Rechtlicher Vater ist nach deutschem Recht der Ehemann der Mutter. Zur Geburt der Kinder war sie mit diesem Mann verheiratet. Nach deutschem Recht wird ein Mann automatisch der rechtliche Vater, wenn ein Kind während bestehender Ehe geboren wird, auch wenn er nicht der biologische Vater ist.

Der leibliche Vater erstritt vor einem Jahr bereits ein Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Daraufhin wurde im deutschen Recht die Vorschrift des §1686 a BGB eingeführt.

Strenge Prüfung

Der BGH hat diese Vorschrift nun zum ersten Mal präzisiert und dargelegt, wie sie anzuwenden ist. Entschieden wurde, dass die Familiengerichte streng überprüfen müssen, ob Behauptungen der rechtlichen Eltern stimmen können. In dem zu entscheidenden Fall wurde behauptet, dass ein Kontakt zum leiblichen Vater die Zwillinge psychisch überfordern würde. Die Familiengerichte haben Kinder somit ab einem gewissen Alter zu befragen, damit diese Behauptung richterlich überprüft werden kann.

Wir können für Sie in einem Umgangsverfahren tätig werden. Entweder wenn Umgang begehrt wird oder auch um ein behauptetes Umgangsrecht abzuwenden. Selbstverständlich werden wir dafür Sorge tragen, dass im Sinne der neuen BGH Entscheidung auch hier das Kindeswohl im Vordergrund steht und hier ein strenger Maßstab angewendet wird.