Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Richtlinie zur Berechnung von Kindesunterhaltsansprüchen bei getrennt lebenden Eltern. Die Unterhaltstabelle beruht auf der Abstimmung aller Oberlandesgerichte und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V.. Zum 01.01.2020 wurden die Tabellensätze geändert.

Das Gesetz und auch die Rechtsprechung legen fest, wer bedürftig und leistungsfähig betreffend etwaiger Unterhaltsansprüche ist. Beim Kindesunterhalt ist zunächst entscheidend, wer die Kinder hauptsächlich betreut und versorgt. Dieser Elternteil hat einen Anspruch auf Kindesunterhalt. Derjenige Elternteil, bei dem die Kinder nicht leben, ist nach dem Gesetz verpflichtet im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit Kindesunterhalt zu bezahlen.

Es besteht im Rahmen des Kindesunterhaltes eine erhöhte Erwerbsobliegenheit, was bedeutet, dass man alles Erforderliche unternehmen muss, zumindest den sogenannten Mindestunterhalt sicherzustellen (100% der jeweils gültigen Düsseldorfer Tabelle).

Ein 14 tägiger Wochenendumgang ist bei der aktuell gültigen Tabelle bereits berücksichtigt. Im Rahmen eines Wechselmodelles wird anders gerechnet. Eventuell entfällt die Unterhaltslast.

Das Gesetz und auch die Gerichte legen fest, welche Abzugspositionen bei der Bereinigung des Nettoeinkommens von Relevanz sind. Anschließend genügt ein Blick in die Tabelle zu richtigen Einkommenshöhe sowie Altersstufe.
Bei besonders guten Einkommensverhältnissen, also einem bereinigten Nettoeinkommen von über 5.000 € kann der Kindesunterhalt auch im Einzelfall festgelegt werden.

Das hälftige Kindergeld muss beim Tabellenunterhalt abgezogen werden, wenn das volle Kindergeld von der Kindergeldkasse aus an den Betreuenden ausbezahlt wird.

Zum Jahreswechsel haben sich die jeweiligen Unterhaltsbeiträge jedenfalls erneut verändert.

Für den Fall, dass bereits ein Unterhaltstitel besteht (Jugendamtsurkunde gerichtliche Vereinbarung, Gerichtsbeschluss oder vergleichbares), ist automatisch der veränderte Unterhaltsbeitrag geltend zu machen, bzw. an den Betreuenden zu bezahlen. Hierbei bedarf es keiner gesonderten Aufforderung. Dies gilt zumindest dann, wenn ein dynamischer Unterhaltsbetrag und kein statischer Betrag tituliert worden ist.

Dies bedeutet für Sie, dass wenn Sie einen Anspruch auf Kindesunterhalt haben sollten und ein Titel vorliegt, geprüft werden sollte, ob der Unterhaltsverpflichtete aufgefordert werden sollte den Differenzbetrag rückwirkend seit 01.01.2020 nachzubezahlen und zukünftig anzupassen.
Für den Fall, dass Sie zum Kindesunterhalt verpflichtet sind, sollten Sie überprüfen lassen, ob Sie gegebenenfalls mehr oder auch weniger bezahlen müssen und die Zahlungen anschließend dementsprechend anpassen.

Bei einem Unterhaltstitel könnten die titulierten Beträge gepfändet werden.